Anika Vavic :: Presse http://www.anikavavic.com/de/presse/rss.html Story list de http://www.anikavavic.com/img/logo.png Anika Vavic :: Presse http://www.anikavavic.com/de/presse/rss.html Fülle von Klangfarben bei zwei Erstaufführungen der Staatskapelle Weimar http://www.anikavavic.com/de/presse/story/621/fulle-von-klangfarben-bei-zwei-erstauffuhrungen-der-staatskapelle-weimar.html Die Staatskapelle Weimar versetzt Konzertbesucher mit Werken von Schtschedrin und Ravel in einen Hörrausch.

Dass der hierzulande weniger bekannte Rodion Schtschedrin seinen eigenen Weg als Pianist und Komponist geht und dabei vielfältige stilistische Eindrücke aufgreift, davon zeugte sein von der aus Belgrad stammenden Pianistin Anika Vavic ausgezeichnet interpretiertes Klavierkonzert. Der Grad an Authentizität war überaus hoch, denn die in Wien lebende Künstlerin erarbeitete den raffinierten Solopart gemeinsam mit dem Komponisten. Zarte Fayencen im Sinne spannungsvoller Chiffren eröffnen das Werk, getragen von einem dichten Streichersound. Und die präludierende, teils rhapsodisch wirkende Suche mündet durch gegenseitiges Animieren und Vitalisieren von Solist und Orchester ein in eine große Bewegung des gesamten Klangapparates. Bis hin zur sarkastisch wie schlitzohrig wirkenden Kadenz meistert Anika Vavic die enormen virtuosen Ansprüche ihres Parts.

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Tue, 31 Oct 2017 00:08:22 +0100 http://www.anikavavic.com/de/presse/story/621/fulle-von-klangfarben-bei-zwei-erstauffuhrungen-der-staatskapelle-weimar
„Schtschedrins Klavierkonzert verlangt dem Interpreten alles ab“ http://www.anikavavic.com/de/presse/story/627/schtschedrins-klavierkonzert-verlangt-dem-interpreten-alles-ab.html Die Wiener Pianistin Anika Vavic ist Sonntag mit einer deutschen Erstaufführung im Sinfoniekonzert der Staatskapelle zu erleben

Im 3. Sinfoniekonzert der Staatskapelle Weimar stellt Chefdirigent Kirill Karabits am Sonntag, 29., und Montag, 30. Oktober, in der Weimarhalle einen Komponisten vor, dessen Name sich in Deutschland viel zu selten auf den Konzertprogrammen findet: Rodion Schtschedrin. In einer deutschen Erstaufführung erklingt sein 4. Klavierkonzert. Den Solopart interpretiert die aus Belgrad stammende Wiener Pianistin Anika Vavic. Im zweiten Teil folgt Ravels Ballettmusik „Daphnis et Chloé". Wir sprachen mit der Solistin Anika Vavic.

Das 4. Klavierkonzert von Rodion Schtschedrin verlangt vom Solisten stilistische Vielfalt. Inwiefern?

Es ist ein Auftragswerk von Steinway New York. Ich denke, dass der Komponist deshalb eine Ode an das Instrument komponiert hat und versucht hat, die Klangwelten des Instruments und auch die Geschichte der Klavierliteratur in diesem packenden Werk ineinander verschmelzen zu lassen. Der Solist/die Solistin muss sich blind im Chopin-Kreis bewegen können, gleichzeitig Strawinsky herausholen, Prokofjew zitieren, die pastorale Kulisse erschaffen, unterkühlte Landschaften hervorzaubern, „frei erzählen" wie bei Schumann, Kammermusik machen und doch die authentische, ehrliche, vielfältige Sprache von Schtschedrin im Vordergrund behalten. Je öfter ich das Werk spiele, desto spannender wird es für mich. Wie viel Spielraum lässt er dem Solisten bei der Interpretation? Das wunderbare ist, dass man sich absolut frei fühlt, wenn man dieses Werk gestalten will - Schtschedrin ist ein Komponist, der es immer noch schafft, emotionale Musik zu komponieren. Man fühlt sich nicht viel anders als bei Beethoven, Prokofjew oder Ravel - und kann atmen, Stimmungen ändern, Spaß haben. Wobei ich gestehen muss, dass das Werk pianistisch und musikalisch gleichzeitig dem Interpreten alles abverlangt. Aber: man bekommt sehr viel davon zurück - und das ist für mich ein Merkmal wirklich guter Musik. Wie gelingt es Ihnen, sich immer wieder neu auf fremde Orchester einzustellen? Ich versuche hinzuhören, jedes Orchester entwickelt sich im Rahmen der Proben und bis zum Konzert zu einem eigenen Organismus. Dieses sich „auf neue Orchester einstellen" ist wie „Menschen-lesen", und sich auf diverse Charaktere einlassen, sich hineinversetzen. Natürlich spielt es eine große Rolle, wer am Pult steht und dafür sorgt, dass die „Zutaten", also Solist/Orchester zu einer gelungenen Speise verarbeitet werden, an die sich dann das Publikum gerne wagt und sie genießt. Was verbinden Sie mit Weimar? Ich kenne Weimar noch nicht, aber wenn ich an Weimar denke, sind der Kapellmeister Franz Liszt und mein verstorbener Lehrer Lazar Berman, der in Weimar unterrichtet hat, sicherlich die wichtigsten Punkte, die ich mit der Stadt verbinde. Mit diesen zwei Pianisten-Vulkanen im Hinterkopf freue ich mich umso mehr darauf, die deutsche Erstaufführung des vierten Klavierkonzerts von Schtschedrin zusammen mit Kirill Karabits und der Staatskapelle Weimar hier zu spielen.

Wie viel Zeit bleibt Ihnen, um sich in den jeweiligen Gastspielorten umzusehen?

Manchmal ergibt sich aufgrund der Probezeiten eine Lücke, und ich kann die Orte erkunden, manchmal nehme ich mir bewusst Zeit dafür - die schöne Seite des Berufs ist sicherlich diese Möglichkeit, spannende Persönlichkeiten und Städte kennenzulernen.

Wie bringen Sie Familie und die beruflichen Anforderungen unter einen Hut?

Meine Tochter wird in ein paar Monaten vier - und ist der Grund, dass ich die Reisen so knapp wie möglich kalkuliere. Als sie knappe sechs Wochen alt war, war sie bei der ersten Tournee dabei, als ich zu den Münchner Philharmonikern wieder eingeladen war. Die Zeiten, wo ich sie mit dabei haben konnte sind vorbei, denn aus einem Baby ist ein resolutes Persönchen geworden, das selber auf der Bühne sein will, und mir droht, bei meinem Auftritt hinaufzukommen, um mitzuspielen.

Wie erleben Sie als Solistin auf das Bühne das Publikum? Die Antennen sind alle auf Empfang, wenn man auf der Bühne ist und es ist immer wieder eine neue Reise, die man mit einem unbekannten Publikum antritt - man will es mitnehmen, ihm etwas geben und hat gelernt, nach jahrelanger Erfahrung die „Empfangsbestätigung" aus dem Publikum mit Intuition heraus zu deuten. Und wenn man spürt, dass das, was man zu geben versucht hat, auch angekommen ist, war es ein gelungener Abend.

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Sat, 28 Oct 2017 22:53:54 +0100 http://www.anikavavic.com/de/presse/story/627/schtschedrins-klavierkonzert-verlangt-dem-interpreten-alles-ab
Ein triumphaler Ideenschatz http://www.anikavavic.com/de/presse/story/576/ein-triumphaler-ideenschatz.html […] Anika Vavic war die erste Solistin des Abends, den sie mit Schostakowitschs 2. Klavierkonzert eröffnete – ein Geschenk, das sofort unsere Neugier erweckt, mit schier unwiderstehlicher, komplexer und kapriziöser Fantasie.

Im langsamen Andante-Satz holte Vavic weiter aus und überraschte uns mit einer raffinierten Meditation über Schostakowitschs himmlische Zärtlichkeit. Dies führt zum finalen Ausbruch, die einzigartig spielerischen und verdrehten Stimmungen, die in den neckenden Rhythmen des delikaten Klaviers und Orchesters enden.

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Translation: Alexa Nieschlag

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Thu, 2 Feb 2017 23:44:46 +0100 http://www.anikavavic.com/de/presse/story/576/ein-triumphaler-ideenschatz
Mariinsky-Theater entzückt Belgrader Publikum http://www.anikavavic.com/de/presse/story/574/mariinsky-theater-entzuckt-belgrader-publikum.html [...] Mit unglaublicher Präzision deuteten Shchedrins Naughty Limericks bereits die Fülle des 2. Klavierkonzerts von Schostakowitsch an, das von Anika Vavic, die mit dem Symphonieorchester des Mariinsky-Theaters als Solistin auftrat, meisterhaft gespielt wurde. Sowohl von der Pianistin wie vom Orchester verlangt dieses enorm komplexe Stück absolutes emotionales Engagement. Vavic spielte mit perfekter Kontrolle, als tanze sie auf einem dünnen Draht zwischen zwei Hochhäusern.

In einem Stück, in dem selbst der kleinste Fehler katastrophal klingt, entlockte Vavic dem Klavier hartnäckig nichts als reines Gefühl.

Sie verließ die Bühne zu einer „Standing Ovation" des Publikums.

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Translation: Alexa Nieschlag

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Wed, 1 Feb 2017 22:35:52 +0100 http://www.anikavavic.com/de/presse/story/574/mariinsky-theater-entzuckt-belgrader-publikum
Melancholie und Virtuosität http://www.anikavavic.com/de/presse/story/571/melancholie-und-virtuositat.html Das Symphonieorchester Vorarlberg setzt einen russischen Schwerpunkt. Bregenz sz

Mit schönem Streicherklang, diabolisch virtuos und temperamentvoll präsentierte sich das Symphonieorchester Vorarlberg (SOV) unter seinem Chefdirigenten Gérard Korsten im Bregenzer Festspielhaus: Die kroatische Pianistin Anika Vavic brillierte in Rachmaninows Rhapsodie über ein Thema von Paganini, umrahmt von Penderecki und Tschaikowskys vierter Symphonie.

Allerlei Finessen

Paganini, der italienische „Teufelsgeiger", hatte in der letzten seiner 24Capricen für Violine solo ein Werk vorgelegt, das in wirbelnden Variationen alle technische Brillanz eines Geigers herausfordert. Komponisten wie Brahms, Lutoslawski und eben auch der russische Pianist und Komponist Sergej Rachmaninow haben diese Caprice als Grundlage für eigene Variationswerke genommen. Bei Rachmaninow darf nicht nur der Solist, die Solistin mit allerlei Finessen, Akkordpassagen, Sprüngen und Läufen brillieren, auch das ganze Orchester ist im Farbenreichtum seiner Instrumente gefordert.

Anika Vavic, die in Wien studiert hat und mit der russischen Schule und Musik sehr vertraut ist, musizierte die 24 Variationen mit größter Selbstverständlichkeit: Bald koboldhaft witzig und beweglich, bald poetisch melancholisch in schwingenden Glockenklängen, bald in wunderbar unaufgeregt wirkender Virtuosität. Das Symphonieorchester Vorarlberg begleitete nicht nur, es war in den verschiedenen Instrumentengruppen auch ein sehr präsent aufspielender Partner. „Zur Feier des Tages" (der Bundespräsidentenwahl in ihrer Wahlheimat Österreich) verabschiedete sich die Pianistin mit einem fein schwingenden Stück von Schubert.

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Mon, 5 Dec 2016 13:03:31 +0100 http://www.anikavavic.com/de/presse/story/571/melancholie-und-virtuositat
Eine Rose für das Orchester http://www.anikavavic.com/de/presse/story/570/eine-rose-fur-das-orchester.html Gérard Korsten, das SOV und eine Klaviervirtuosin lösten Begeisterung aus.

FELDKIRCH, BREGENZ. Zweites Abo-Konzert des Symphonieorchesters Vorarlberg unter Chefdirigent Gérard Korsten am Samstag im ausverkauften Montforthaus (mit zweitem Termin im Bregenzer Festspielhaus am Sonntag) - eine Routineangelegenheit, denkt man sich. Doch das genaue Gegenteil ist diesmal der Fall. Man spürt es vom ersten Ton an: Dirigent und Orchester spulen hier nicht ihren Dienst ab, sondern sind projektorientiert und damit hungrig nach Erfolg. Die Rose, die die fabulöse Klaviervirtuosin Anika Vavic am Ende aus ihrem Strauß an Konzertmeisterin Monika Schuhmayer für das Orchester überreicht, ist mehr als verdient.

Dazu kommt ein Programm, das dem Orchester einige elegant gemeisterte Prüfsteine in den Weg legt. Es kreist um die als melancholisch bekannte „Slawische Seele" und mutet dem Publikum gleich zu Beginn einen als extrem bekannten Neutöner zu. Doch diese zuletzt viel diskutierte Probe aufs Exempel ist nur halb so wild, weil nämlich der Pole Krzysztof Pendereckis in seiner 1996 entstandenen „Serenade" längst nicht mehr der Vorreiter einer wilden Avantgarde ist, sondern nach lebenslanger Entwicklung als heute 83-Jähriger eine altersweise, sehr abgemilderte und rückwärts gewandte Schreibweise pflegt. Nach einer barocken Passacaglia kann vor allem sein romantisches Larghetto in erweiterter Tonalität auch bei den Zuhörern punkten. Die Musiker erwecken es mit sichtlichem Spaß, größter Leidenschaftlichkeit und Intensität zum Leben, bevor es mit einem zarten Violinsolo ausklingt.

Dann die Begegnung mit einer überlegenen Pianisten-Persönlichkeit, der aus Belgrad stammenden Anika Vavic, und einem Werk wie Rachmaninoffs Rhapsodie über ein Thema von Paganini, das nicht gerade zum Standardrepertoire gehört. Das rechtfertigt auch die Tatsache, dass die Pianistin ihren Part nach Noten spielt.

Sie trifft genau den Gefühlsausdruck dieses wahnwitzigen Stücks virtuoser Klaviermusik und entfaltet aus ihrem sehr eigenständig geführten und oftmals im Orchester verschachtelten Solopart ein pianistisches Feuerwerk, das die Zuhörer verblüfft. Doch auch dem reichhaltig besetzten Orchester fordert der Komponist in diesen 24 Variationen schnelle Reaktion und eine Klangvielfalt ab, bis es in allen erdenkbaren Klangfarben glitzert und schillert oder zwischendurch mit einem Wald von Streichern über Klavierkaskaden zu Hollywood-Größe erstrahlt. Dass Rachmaninoff dabei auch das „Dies irae"-Thema aufblitzen lässt, passt genau zur „slawischen Seele", die auch oft so etwas wie Todessehnsucht empfindet. Die gefeierte Solistin bedankt sich nach ihrem Tasten-Furioso mit einem Stückchen aus Schuberts „Deutschen Tänzen".

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Mon, 5 Dec 2016 12:54:52 +0100 http://www.anikavavic.com/de/presse/story/570/eine-rose-fur-das-orchester
Vavic, SCO, Bloch, Queen's Hall, Edinburgh http://www.anikavavic.com/de/presse/story/554/vavic-sco-bloch-queens-hall-edinburgh.html […] Serbian pianist Anika Vavic was the rather steely soloist in Shostakovich’s Second Piano Concerto for a performance that was as fiery and intense as that score might suggest. Brittle, too, at times, occasionally hard-edged, especially in an assertive first movement – but enjoyably so.

Despite all the high spirits and fizzing humour, though, there was always an edge of menace to Vavic's vision of the Concerto that never let us forget it utilitarian Soviet origins - even if she gave way nicely to indulgence in a lush slow movement, whose luxurience she matched in the exquisite, restless Scriabin prelude she offered as an encore, seemingly made up on the spot.

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Sun, 17 Apr 2016 16:10:01 +0100 http://www.anikavavic.com/de/presse/story/554/vavic-sco-bloch-queens-hall-edinburgh
Classical review: SCO, Queen’s Hall, Edinburgh http://www.anikavavic.com/de/presse/story/553/classical-review-sco-queens-hall-edinburgh.html […]He deftly melded the baroque with the avant garde in an incisive reading of Stravinsky’s Concerto in E-flat “Dumbarton Oaks”, subtly swerving around the beat and letting the jazz riffs really swing, and there were pranks and in-jokes aplenty in Shostakovich’s Piano Concerto No 2 with soloist Anika Vavić.

This piece only works if everything is pushed to the limit and her stonking performance had the audience on the edge of their seats. Vavić sprinted from one end of the keyboard to the other in a series of increasingly skittish exercises while the strings scurried and the high-pitched flutes wailed. By contrast Vavić's encore of Scriabin's Fragility and Danse Languid from Op 51 Pieces provided a wistful calmness.

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Sat, 16 Apr 2016 16:08:00 +0100 http://www.anikavavic.com/de/presse/story/553/classical-review-sco-queens-hall-edinburgh
Bizet Symphony in C, Queen's Hall, Review http://www.anikavavic.com/de/presse/story/552/bizet-symphony-in-c-queens-hall-review.html […]The accomplished Serbian pianist, Anika Vavic, was the soloist and in the first movement she gave a thrilling performance, emphasising the lively staccato theme.

The middle movement, by comparison, was mellow, reminding one of Shostakovich's melancholic moods. However, without a break we go straight into the finale which picks up the theme from the first movement. An inspired performance by both Anika Vavic and the musicians. An appreciative audience insisted on an encore in which Vavic sensitively played Scriabin's ‘Dance Languide'

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Fri, 15 Apr 2016 16:05:33 +0100 http://www.anikavavic.com/de/presse/story/552/bizet-symphony-in-c-queens-hall-review
Merging composers and styles proves a fantastic triumph http://www.anikavavic.com/de/presse/story/551/merging-composers-and-styles-proves-a-fantastic-triumph.html [...] Shostakovich's style of composing is emblazoned all over his second piano concerto. Shrill woodwind, frenzied strings, a martial mood and barrowloads of excitement prevail as does some technically demanding keyboard virtuosity. Pianist Anika Vavic was more than equal to the task, displaying some glittering skills and seemingly never-ending energy. ]]> Fri, 15 Apr 2016 16:03:37 +0100 http://www.anikavavic.com/de/presse/story/551/merging-composers-and-styles-proves-a-fantastic-triumph Jung, weiblich, energetisch http://www.anikavavic.com/de/presse/story/532/jung-weiblich-energetisch.html Pianistin Anika Vavic brillierte bei der Zusammenarbeit mit dem RSO und der 29-jährigen Dirigentin Mirga Gražinytė-Tyla im Konzerthaus.

In der immer noch männlich dominierten Welt der klassischen Musik bot sich für das Publikum am Freitagabend im Konzerthaus ein ungewohnter Anblick: Die zierliche 29-jährige Mirga Gražinytė-Tyla dirigierte gekonnt das ORF-Radio-Symphonieorchester, die erste und zweite Geige wurde von Damen gespielt und mit der Pianistin Anika Vavic war auch der ausgemachte Star des Abends eine Frau. Am Ende der Stücke gab es keine Handküsse, sondern freundschaftliche Umarmungen.

Die Zuhörer zeigten sich vor allem von der Darbietung Alexander Skrjabins Konzert für Klavier und Orchester in fis-Moll begeistert. Die perfekte Harmonie zwischen Piano und Orchester wurde besonders im zweiten Satz deutlich. Vavic umspielte mit wogenden Klavierklängen das von den Streichern vorgetragene Thema und bedankte sich für die Bravorufe des Publikums mit einer energetischen Zugabe.

Neben Skrjabins Konzert hatte die in Litauen geborene Gražinytė-Tyla eine Suite aus Mieczysław Weinbergs Ballett „Der goldene Schlüssel" ausgewählt. Während die ersten drei Sätze etwas pointierter hätten vorgetragen werden können, kam das Orchester schließlich beim „Tanz der Ratte Schuschera" in Fahrt und beendete den achten Satz mit einer fulminanten Verfolgungsjagd, die das Publikum mit einem Gefühl der Atemlosigkeit zurückließ.

Nach der Pause folgte die „Lemminkäinen Suite" des finnischen Komponisten Jean Sibelius. Im erster Teil „Lemminkäinen und die Mädchen auf Saari" schaffte es die junge Dirigentin, die exakt richtige Mischung aus spielerisch-schelmischen Elementen und satter, sehnsuchtsvoller Stimmung zu finden. Deutlich schwerer schien ihr der berühmteste Teil der Suite, „Der Schwan von Tuonela", zu fallen. Er ist als dunkelster Teil gedacht und hätte mit noch mehr Schwere dargeboten werden können. Orchester und Dirigentin überzeugten hingegen in den opernhaften Phasen des Stückes und boten die orientalische Stimmung und das freudvolle Finale des vierten Satzes gleichermaßen schwungvoll wie mitreißend dar. Jubel und Bravorufe gab es am Ende für die sichtlich erleichterte Gražinytė-Tyla, die nicht trotz, sondern gerade wegen ihrer jugendlichen Energie begeistern konnte. (eho)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.01.2016)

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Mon, 18 Jan 2016 13:17:45 +0100 http://www.anikavavic.com/de/presse/story/532/jung-weiblich-energetisch
Erfolg mit Skrjabin http://www.anikavavic.com/de/presse/story/534/erfolg-mit-skrjabin.html Sie feierte im RSO-Zyklus im Konzerthaus einen Triumph: Anika Vavić, in Belgrad aufgewachsene, in Wien lebende Pianistin, begeisterte ihr Publikum mit Alexander Skrjabins fis-Moll—Klavierkonzert.

Skrjabin, als fulminanter Pianist mit dem Werk selbst international erfolgreich, versuchte da, seine Vorstellungen von Virtuosität, einer speziellen Klangdramaturgie und höchst eigenwilliger Instrumentation - diese wurde von den Kritikern früher verteufelt- zu verwirklichen. Anika Vavić spielt  diese schlanken Kantilenen und apart klingenden Akkordblöcke mit Eleganz. Für das Orchester war sie eine antreibende Partnerin, souverän in den Dialogen und auf üppige  Klanglichkeit bedacht.

Karlheinz Roschitz

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Mon, 18 Jan 2016 13:58:25 +0100 http://www.anikavavic.com/de/presse/story/534/erfolg-mit-skrjabin
Energie der Tiefenschärfe http://www.anikavavic.com/de/presse/story/535/energie-der-tiefenscharfe.html ORF Radio-Symphonieorchester Wien mit Dirigentin Mirga Grazinyte-Tyla

Wien - Was interessiert mehr - die Werke oder die interpretatorischen Zugänge? Was sollte wichtiger genommen werden, wenn mäßige Werke prächtig gespielt werden? Das Programm des RSO Wien war geeignet, derartige Fragen anzustoßen: So ist Mieczyslaw Weinbergs Suite Nr. 4 (Ballett: Der goldene Schlüssel) ein Reigen charakteristischer Szenen, glänzend gearbeitet, hinsichtlich seiner Gedankenfülle jedoch von begrenzter Originalität: Den grotesken Tonfall, ironischen Neoklassizismus, elegische Melodik - all das beherrschte Weinberg. Er blieb jedoch meist in vorhersehbaren Mustern.

Beim Klavierkonzert des jungen Alexander Skrjabin liegen die Dinge eher umgekehrt: Obwohl er noch sehr an klassisch-romantischen Formen haftet, sind die drei Sätze voller inspirierter Einfälle. Die Orchestrierung bleibt dagegen zuweilen flach. Solistin Anika Vavic gab ihrem Part freilich mit aller Verve konturierte Präsenz, nicht vordergründig brillant, doch mit Energie und einem vollen, sämigen Ton, der auch ihre Zugabe - die "Fragilité" aus Skrjabins Vier Stücken op. 51 - durchdrang. Es gilt aber, über die Hauptperson des Abends zu sprechen, Mirga Grazinyte-Tyla (Sieg beim Salzburg Festival Young Conductors Award 2012; seit dieser Saison als Musikdirektorin am Salzburger Landestheater).

Sie gab noch den unspektakulärsten Gestalten Weinbergs einen goldenen Schliff, stets pointiert, voller Energie und Tiefenschärfe. Und auch die langatmige Lemminkäinen-Suite von Jean Sibelius vergoldete sie mit einer klanglichen Imaginationskraft, die ans Geniale grenzt. Kaum je war der Orchesterklang des RSO derart luxuriös und leuchtend wie an diesem Abend - allein darin zeigte sich die auch physisch durchgehend hochaktive Dirigentin als meisterhaft.

(Daniel Ender, 17.1.2016)

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Mon, 18 Jan 2016 14:04:10 +0100 http://www.anikavavic.com/de/presse/story/535/energie-der-tiefenscharfe
Beschwingter Frühling http://www.anikavavic.com/de/presse/story/504/beschwingter-fruhling.html Die [...] Pianistin ließ Skrjabins faszinierend farbige Musik in allen Nuancen strahlen. Verträumt zeichnete sie die feinen Läufe und Themen im ersten Satz nach, energisch und wie in einem Gefühlsrausch das punktierte Motiv des Finales. [...] ein fantastisches Stück, das aus Anika Vavic herauszuströmen scheint. Sie wird eins mit dem Klavier und der Musik. [original article] ]]> Fri, 14 Mar 2014 12:32:06 +0100 http://www.anikavavic.com/de/presse/story/504/beschwingter-fruhling Interessanter Abend http://www.anikavavic.com/de/presse/story/502/interessanter-abend.html Anika Vavic spielt [das Skrjabin-Klavierkonzert] in der Philharmonie mit makelloser Technik, luzider Akkuratesse und einem sehr poetischen Anschlag. [original article] ]]> Fri, 14 Mar 2014 10:11:44 +0100 http://www.anikavavic.com/de/presse/story/502/interessanter-abend Prom 64: LPO/Jurowski – review http://www.anikavavic.com/de/presse/story/489/prom-64-lpojurowski--review.html …Prokofiev's Third Piano Concerto was wonderful

...The Prokofiev, however, was striking and very unusual. Pianist Anika Vavic's dexterous but soft-grained playing, wonderfully supple and beautifully nuanced, was the absolute antithesis of the virtuoso aggression we hear in most performances of the work. Jurowski conducted with infinite grace and a nice line in knowing irony.

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Sun, 1 Sep 2013 10:10:14 +0100 http://www.anikavavic.com/de/presse/story/489/prom-64-lpojurowski--review
"Rostropovich was incredibly strict" - pianist Anika Vavic http://www.anikavavic.com/de/presse/story/488/rostropovich-was-incredibly-strict---pianist-anika-vavic.html In this edition of Curtain Up, VoR’s Alice Lagnado and music writer Jessica Duchen talk to Anika Vavic, a Serbian pianist who trained with Russian cellist and conductor Mstislav Rostropovich.

She is making her Proms debut this year with Prokofiev's Piano Concerto No. 3.

Anika said:

"[Rostropovich] was incredibly strict."

"He told me once, maybe during our second lesson, that nobody was really strict with me and that ‘he is the one.'

"He really had a certain opinion how Prokofiev's and Shostakovich's music is supposed to sound, because he knew both of them so well ... he knew how to motivate me with positive comments and compliments."

Anika even learned Russian from scratch in order to communicate better with Rostropovich and her other Russian piano teachers.

Full Interview: http://ruvr.co.uk/radio_broadcast/77030634/120427548.html

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Fri, 30 Aug 2013 14:25:36 +0100 http://www.anikavavic.com/de/presse/story/488/rostropovich-was-incredibly-strict---pianist-anika-vavic
Russischer Abend mit Südwind http://www.anikavavic.com/de/presse/story/485/russischer-abend-mit-sudwind.html Ein Konzert mit dem Mariinsky Orchestra St. Petersburg unter Valery Gergiev zu besuchen, wird man nie bereuen. Das ist geballte Klangkraft, die der Musik Farben und Flügel verleiht, sie zum Glühen und Lodern bringt. Und wenn, wie am Mittwoch Pianistin Anika Vavic, eine Virtuosin mit dem gewissen Etwas ihre Finger im Spiel hat, wird aus einem großen CS-Abend ein Ereignis.

Das spannendste dabei war diesmal zu erleben, wie sich zeitgenössische Musik in Russland entwickelt: Ohne mit der gewachsenen charakteristischen Klangkultur der Moderne, eines Strawinsky oder Prokofjew, zu brechen, entsteht hier Neues, das fesselt. Auf höchstem Niveau bewegte sich die österreichische Erstaufführung von Rodion Schtschedrins Klavierkonzert Nr. 4.

Da findet sich in teils abenteuerlich komplizierten Konstruktionen das volkstümliche Klangerbe Russlands so klar und selbstverständlich wieder, als ginge es gar nicht „ohne"; da gibt es andererseits fast surreale, brillante, scharfe instrumentale Dialoge, etwa zwischen Streichern und Bläsern sowie hämmernde Kadenzen, aber auch melancholische Momente am Flügel. Spielbar ist dieses, da ohne b-Vorzeichen, auch „Kreuztonarten" genannte, monumentale Werk nur von einem pianistisch sehr kompletten Künstler.

Die junge, aus Serbien stammende Vavic verfügt über das entsprechende Rüstzeug und Naturell und ließ zusammen mit Gergievs Temperament und Entschlossenheit diesen Schtschedrin wie ein warmer Südwind unter die Haut gehen. Flammender Rahmen: Tschaikowskys „Romeo und Julia" Fantasieouvertüre und Prokofjews „Fünfte". Riesen Jubel nach fast drei Stunden (mit Pause und Zugabe).

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Fri, 2 Aug 2013 13:21:30 +0100 http://www.anikavavic.com/de/presse/story/485/russischer-abend-mit-sudwind
Die russische Seele in allen Schattierungen http://www.anikavavic.com/de/presse/story/484/die-russische-seele-in-allen-schattierungen.html Carinthischer Sommer 2013: Im Congress Center Villach gaben das Mariinskij-Orchestra St. Petersburg unter ihrem fulminanten Dirigenten Valery Gergiev aln umjubeltes Konzert.
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Fri, 2 Aug 2013 13:17:38 +0100 http://www.anikavavic.com/de/presse/story/484/die-russische-seele-in-allen-schattierungen
Voll russischer Urwüchsigkeit http://www.anikavavic.com/de/presse/story/482/voll-russischer-urwuchsigkeit.html Umjubeltes Konzert mit der Pianistin Anika Vavič und dem Mariinsky Orchester. Es ist Werk von herber Schönheit, dieses vierte Klavierkonzert von Rodion Schtschedrin (UA 1992), das jetzt seine österreichische Erstaufführung beim Carinthischen Sommer erlebte.

Aber es ist auch ein Werk von großer atmosphärischer Tiefe. Aus einer einzigen Motivzelle heraus hat der russische Komponist das mit vielen Ostinati gespickte und teils an Minimalmusic erinnernde Stück raffiniert kreiert.

Anika Vavič bewältigte im Congress Center Villach die langen, solistischen Phasen und die extrem diffizilen Passagen mit bravouröser Sicherheit, musizierte mit tiefem Ausdruck und wurde zur Recht bejubelt. Das Mariinky Orchester St. Petersburg unter seinem Chefdirigenten Valery Gergiev legte der Wahlwienerin dabei einen fein gesponnenen Klangteppich zu Füßen.

Die russischen Musiker erwiesen sich einmal mehr als Meister des Zusammenspiels. Wie da aufeinander gehört und welche Homogenität dadurch erzeugt wurde, war schlichtweg einzigartig. Dies und ein insgesamt satter, wohlgerundeter und farbenreicher Klang faszinierte den ganzen Abend, so auch gleich zu Beginn bei Peter Iljitsch Tschaikowskys "Romeo und Julia", der süffigen Fantasieouvertüre, die Gergiev mit seinem eigenwilligen Dirigierstil sehr breit nahm und deren Lyrismen er voll auskostete.

Dann erklang bei diesem rein russischen Programm als Höhepunkt Sergej Prokofjews 5. Symphonie, entstanden im Kriegsjahr 1944. Die kraftvolle, reliefartige Melodik, die eigenwillige Harmonik, die russische, melodiöse Urwüchsigkeit wurden mitreißend mit häufigen Farbenwechseln und rhythmischer Präzision präsentiert.

Für den großer Jubel bedankte man sich mit dem herrlichen "Pas de deux" aus Tschaikowskys Ballett "Nussknacker".

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Fri, 2 Aug 2013 10:18:40 +0100 http://www.anikavavic.com/de/presse/story/482/voll-russischer-urwuchsigkeit