Presse

12. 12. 2003

Wiener Zeitung (Christoph Irrgeher)

Gefhlvoll bis gefllig

Mit intensivem Ausdruck" - so hat man nach Ravel den zweiten seiner acht "Valses nobles et sentimentales" zu spielen. Die Pianistin Anika Vavic hat sich diese Anweisung jngst hrbar zu Herzen genommen - und das fast fr die gesamte Dauer jenes Programms, das sie mittwochs im "Rising Stars"-Zyklus bestritt.

Bei Haydns D-Dur-Sonate (Hob. XVI:19) kann ein solcher Approach eigenwillige Resultate zeitigen: Mit breitem Gestus holt die Belgraderin aus - und lsst das klassische Originalgenie als schmachtenden Romantiker antreten. Nach solch pathetischer Einleitung schaltet Vavic glcklicherweise aber doch eine Epoche zurck - dann darf das zierliche Opus frei sprudeln. Mit feder-leichtem Anschlag in den Eckstzen, sinnlich singender Artikulation im Andante. Nicht minder schwerelos dann vier Piecen Skrjabins (op. 51): Unter zartem Pedalnebel schimmert einiges von der hypersensiblen Poesie des Russen - seine dstren Abgrnde bleiben allerdings ausgespart.

Worauf sich Vavic hier versteht, das ist ein schimmernder Schnklang, voll inniger Passion - der Ravels gefhlvollen "Valses nobles et sentimentales" dann zwar formidabel zu Gesicht steht, Bachs Englische Suite Nr. 3 jedoch in ein geflliges Geflle kippt: Mehr sthetisierend als analytisch wird der Barockmeister angegangen, die glckliche Synthese gelingt erst mit der Gigue - wo klar konturierte Kontrapunkte trotz satter Klangpracht im Presto aus dem Flgel purzeln. Energisch schiebt der "Rising Star" noch Prokofjews Sonate Nr. 6 nach - und darf sich ber lautstarke Ovationen freuen.

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