Presse

22. 06. 2012

Süddeutsche Zeitung (Michael Stallknecht)

Heldischer Einsprung

Andrew Manze bei den Philharmonikern in München

sl

Wie er Beethovens 'Coriolan'-Ouvertüre zu Beginn dirigiert, müsste Puristen der Historischen Aufführungspraxis irrsinnig machen: In symphonischer Riesenbesetzung lässt Andrew Manze immer neue Crescendowalzen über die Hörer in der Münchner Philharmonie hereinbrechen, inszeniert einen deutlich romantischen Helden, einen faustischen Stürmer und Dränger, der am Schluss mit einem Schlag zu Staub zergeht. 

Manze fällt langsam als Tausendsassa auf: Von Haus aus ein grandioser Barockgeiger, erweitert er inzwischen als Dirigent seine Interessen in alle Richtungen. Da wundert es kaum, dass er bei den Münchner Philharmonikern ein vollständig unbarockes, in der Zusammenstellung merkwürdiges Programm unverändert vom erkrankten Kollegen Constantinos Carydis übernahm. Manze kann sich nämlich ganz wunderbar zurücknehmen, wie er zeigt, wenn er bei der Altrhapsodie von Brahms elegant begleitet. Führen darf Alexandra Petersamer mit sattem Mezzosopranton und balsamisch ausgreifender Deklamation.

Ebenso lässt Manze sich bei Beethovens Chorfantasie von der Klaviersolistin Anika Vavic einen eher klassizistischen, edel differenzierten Ton vorgeben.

Das Stück - Chor- und Solistenpartien übernimmt der Philharmonische Chor - verliert darüber freilich seinen improvisierenden Charakter, die freie Rede aus dem Augenblick.

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